28. Februar 2018

Was bringt das Jahr 2018 für die deutschen Gewerbeimmobilienmärkte?

Die Aussichten für den deutschen Gewerbeimmobilienmarkt sind auch 2018 vielversprechend, meint Dr. Jan Linsin, Head of Research Germany von CBRE. Im Interview verrät er, welche Faktoren und Entwicklungen den Markt prägen werden.

Wird sich die hohe Dynamik an den deutschen Gewerbeimmobilienmärkten 2018 fortsetzen?

Das Potenzial ist durchaus vorhanden, denn die Rahmenbedingungen sind so positiv wie selten zuvor. Die deutsche Wirtschaft wird 2018 voraussichtlich um 2,4 Prozent wachsen. Jobwachstum und Konsumklima stimmen optimistisch. Die Nachfrage auf den Immobilienmärkten wird ungebrochen hoch bleiben. Schließlich performen die Vermietungsmärkte ausgezeichnet, die Leerstände sinken weiter. Unserer Einschätzung nach ist 2018 ein Transaktionsvolumen von etwa 50 Milliarden Euro im Gewerbeimmobiliensegment möglich. Flächenverknappung und Flächenkonkurrenz werden zwei marktprägende Begriffe sein. Wie gut das Jahr tatsächlich wird, hängt also letztlich davon ab, wie viele Assets auf den Markt gelangen.

Sorgt diese Flächenknappheit dafür, dass die B-Standorte weiter an Relevanz gewinnen?
Das ist anzunehmen. Bereits 2017 stieg das Transaktionsvolumen außerhalb der Top-7-Städte um 13 Prozent auf knapp 28 Milliarden Euro. Bemerkenswert ist, dass der Anteil großformatiger Portfoliotransaktionen dort deutlich höher ausfällt: Während er in den Metropolregionen bei 20 Prozent lag, betrug er an den Sekundärstandorten fast 50 Prozent. Zudem entdecken immer mehr internationale Investoren – vor allem aus Asien – die deutschen B-Standorte für sich.

Werden Immobilieninvestments in Zukunft riskanter?
Nein, in der Hand von sorgfältigen Experten sind sie eine attraktive Anlage, wobei sich das Risiko von Objekt zu Objekt unterscheidet. Der Immobilienmarkt als solcher ist nicht riskanter geworden. Die berühmte Redewendung des sicheren Anlagehafens gilt nach wie vor für Deutschland. Jedoch sorgt die hohe Konkurrenz auf den Märkten für eine spürbare Renditekompression. Aktuell liegen die Spitzenrenditen in den Top-Standorten für Büros im Durchschnitt bei 3,28 Prozent und für Geschäftshäuser bei 3,16 Prozent in den jeweiligen Vorzugslagen der Top-Städte. Immer häufiger entscheiden sich Investoren daher für managementintensive Value-Add-Objekte, die vor dem Ankauf genau geprüft werden – schlussendlich muss das Konzept für die Immobilie überzeugen. Immobiliendienstleister und -berater werden deshalb perspektivisch eine wichtigere Rolle spielen. Gewerbeimmobilien sind nach wie vor eine sichere Kapitalanlage. Selbst wenn die Zinsen steigen und sich die Performance von zehnjährigen Bundesanleihen bis zum Jahresende von 40 auf 100 Basispunkte verbessern sollte, bleibt ein deutlicher Renditespread bestehen.

Zur Person:Dr. Jan Linsin ist Head of Research Germany von CBRE.

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